Gedanken – Was sehe ich als den Sinn meines Lebens an?

Interessanter Weise war es beim Nachdenken über diese Zeilen nicht ganz einfach, positiv anzufangen. Will heißen: zuerst kamen mir Negierungen in den Sinn, über das, was nicht der Sinn meines Lebens für mich ist.

Nun also aber mal positiv:

Mit 6 oder 7 Jahren hatte ich eine Art Vision zu meinem erwachsenen Ich. Ich sah mein Leben aus meinen Augen, wußte aber, dass ich erwachsen bin. Und was ich sah, war gut, fühlte sich stimmig an.

Unbewußtes Ziel, Sinn des Lebens war seither, „wieder“ dorthin zu gelangen. Ich ging dafür sehr viele Umwege. Mit 7 Jahren war mein Leben beileibe nicht perfekt, aber zumindest geordnet und einschätzbar. Und das, was nicht gut war, blendete ich gekonnt und intensiv aus.

Was danach kam bis zum Alter von etwas 28 Jahren war nicht gut und nicht schön. Aber ich habe es überlebt.

Damals war der Sinn meines Lebens genau das: irgendwie zu überleben und als die Wogen nicht mehr ganz so krass über mich hereinbrachen, ging es um verarbeiten.

Zwischen 20 und 34 Jahren war das der Sinn: verarbeiten, aus den ungewohnten Überlebenstechniken herauskommen und heraus zu finden, was das für mich bedeutet LEBEN.

Ich denke, ab hier kann man etwas verallgemeinern:

Ich glaube, ein Sinn des Lebens für jeden Menschen, ist herauszufinden, was für ihn Leben bedeutet: sein Leben leben.

Hier in unserer Zeit, in unserem Land kann man sich diesen Luxus erlauben. Aber letztendlich trifft er auf jeden Menschen in jeder Situation zu, glaube ich.

Wer willst du sein? Wie willst du handeln? Was ist dir wichtig? Was soll dich leiten?

Und da knüpfte ich wieder an mein Selbst mit 5, 6, 7 Jahren an:

Ich möchte staunend durch die Welt laufen. Ich möchte der Welt und der Menschen, trotz allen Irrsinns, den ich erlebt haben, vertrauen. Ich möchte nicht der Angst dienen, sondern mit geschlossenen Augen auf dem Feld, im Wald, auf dem Boden der Stadt liegen und mich weder vor Dreck noch vor Unbill fürchten. Ich will dem Geld und dem Materiellen keine Macht über mich geben und nicht vergessen, worum es mir geht: Um die Begegnung mit dem, was wesenhaft ist. Nicht, was andere tun und für richtig halten, soll mein Kompass sein, sondern dass, was Herz, Kopf und Bauch in mir mir zeigen und raten und zuflüstern.

Mit 21 Jahren hatte ich, sicher in Zusammenhang mit dem tiefen Erleben  von zugefügten Verletzungen, beschlossen, dass ich keine Kompromisse mehr eingehen möchte. Ich führte das sehr rabiat durch und verletzte wiederum selbst einige Menschen damit.

Aber so, wie sich mein Sein und Wünschen als kleines Kind verwandelt wieder zeigte, als ich danach suchte, so wandelte sich diese Ablehnung für einen Kompromiss. Nach wie vor ist es in meinem Sinn, keine Kompromisse einzugehen. Aber das muss nicht mehr rigoros vor sich gehen. Es kann auch still geschehen, für mich, nicht weniger konsequent aber viel freilassender für andere.

Als ich nun soweit war und es geschafft hatte, mich von der Herrschaft der Schatten zu befreien, war ich eben frei, mein Leben zu gestalten: nicht gegen und trotz, sondern frei zu gestalten – natürlich nicht in einem Leerraum, denn ich hatte ja schon 34 Jahre gelebt und diese Leben wollte ich nicht wegwerfen, sondern achten, aber dennoch konnte ich neu ergreifen, was da an Lebenszeit noch vor mir liegt.

Seit zwei Jahren ist es daher der Sinn meines Lebens

  • friedlich zu leben: ich bemühe mich, jedes Lebewesen zu achten und keinen Schmerz zuzufügen (inkl. meiner selbst)
  • unangepasst zu leben: ich bemühe mich, meinen Weg zu finden und alle „man muß“ und „so macht man das“ in mir und um mich verpuffen zu lassen.
  • zu lieben: jedes Lebewesen, dass in mein Leben tritt, wahrnehmen, als das, was es ist, was es kann, was es sucht, was es erleidet und etwas finden, dass ich daran lieben kann und dieses Gefühl mein Handeln dem Lebewesen gegenüber bestimmen lassen.
  • einzuschreiten, wenn ich Gewalt, egal in welcher Form, erlebe, beobachte: dazu gehört, mit meiner Angst umzugehen, die richtigen Worte zu finden, auch hier die Liebe nicht zu vergessen.
  • mit all dem Wissen und Erfahrungen einer erwachsenen Frau: Kind bleiben!

 

Das klingt vielleicht pathetisch oder unreell, aber es ist wahr 😉 .

Und ich kann ehrlich sagen, dass ich jeden Tag bewußt daran arbeitete und das mir das eine Ruhe gibt und eine Zufriedenheit, die mir gut tut. Ich gehe durch meine Hochs und Tiefs, durch meinen Streß und meine Verzweiflung, aber durch dieses Sinnhafte, was mir Leitfaden ist, falle ich nicht mehr ins Bodenlose, sondern einfach nur ein Stück in mein Netz und beim Zurückschnellen fällt es mir wieder ein, worum es mir wirklich geht und dass ich dem Sinn meines Lebens daher überall und unter allen Umständen folgen kann, denn es braucht dazu nichts von außen aber alles von innen. Und das Innen rage ich immer mit mir, mein Innenraum ist meine Heimat und mein Quell, aus dem heraus ich mich in die Welt ergieße 😉 !

 

Ich schreibe das hier in Eile, denn wie immer habe ich gedacht und gedacht, nur das Aufschreiben, ach ja…

Falls also Rechtschreibfehler, Inhaltsfehler what ever hier zu finden sind: entschuldigt, ich kümmere ich später drum 😉

Euch allen einen schönen Tag mit etwas Sinn darin 😉 !

 

 

 

(Quelle Beitragsbild)


2 Gedanken zu “Gedanken – Was sehe ich als den Sinn meines Lebens an?

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