An den anderen (den einen)

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Ich hatte mich im Hochgebirg verstiegen.

Die Felsenwelt um mich, sie war wohl schön;

doch konnt ich keinen Ausgang mir ersiegen,

noch einen Aufgang zu den lichten Höhn.

 

Da traf ich Dich, in ärgster Not: den Andern!

Mit dir vereint, gewann ich frischen Mut.

Von neuem hob ich an, mit Dir zu wandern,

und siehe da: Das Schicksal war uns gut.

 

Wir fanden einen Pfad, der klar und einsam

empor sich zog, bis, wo ein Tempel stand.

Der Steig war steil, doch wagten wir’s gemeinsam …

Und heut noch helfen wir uns, Hand in Hand.

 

Mag sein, wir stehn an unsres Lebens Ende

noch unterm Ziel, – genug, der Weg ist klar!

Daß wir uns trafen, war die große Wende.

Aus zwei Verirrten ward ein wissend Paar.

Christian Morgenstern

(Foto Quelle hier)


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