London – Tag 2

Wir sind früh aufgewacht an diesem Ostersonntag und nach Yoga, Frühstück und Rumtrödeln ging es 9:30 los in die Stadt.

Wir gingen Richtung Greenwich Maritime an der Themse entlang bis zum dortigen Fußgängertunnel (Greenwich Foot Tunnel), der unter der Themse hindurch führt. Es war etwas spooky so von Wasser umgeben zu laufen, vor allem, da es hier und da tropfte 😉 !

Auf der anderen Seite kamen wir auf der Isle of Dogs heraus und liefen den Themsepath bis zu Westferry Road entlang. Das Wetter war atemberaubend, vor allem im Gegensatz zu Deutschland. Diese kleinen, alten Pubs an allen Ecken erfreuen mein Herz und hier konnte man sogar noch den Zusammenhang mit der alten Fährverbindung nach Greenwich rüber erkennen! Die ganze Gegend war eh interessant. Es sah aus, als würden hier die Leute wohnen, die in der City nebenan arbeiten.

Zum Glück gibt es ja wirklich viele Busse, die kreuz und quer durch die Stadt fahren und dazu einige, die dass 24/7 machen. Ich liebe es oben zu sitzen und die Stadt an mir vorbeiziehen zu lassen – könnte ich auch den ganzen Tag tun. Leider sind die Bussitze so unbequem, wie die Tubensitze bequem sind 😉 !

Hier ein paar Eindrücke des Weges an der Canary Wharf entlang, durch Limehouse und Mile End:

In der Grove Road vergießen wir den Bus und liefen durch den Pari Wennington Green, über den dortigen Kanal, die Roman Road und die Bethnal Road entlang bis zur Columbia Road und dem Flower Market. Obersten Problem auf dem größten Teil der Laufstrecke war die Not, eine Toilette zu finden. Das ist in London oftmals schwer! Mc Donald war der Heilsbringer und wir mußten zum Glück noch nicht mal was kaufen! Danach bekamen wir etwas mehr von der Gegend mit 😉 ! Auch hier kann mans sehen, wie die Stadt gewachsen ist und sich geändert hat. Aber dieser Teil Londons, also die Gegend zwischen und auch ein bißchen direkt in Bethnal Green und Mile End hat für mich irgendwie etwas verlorenes – verlorene Geschichte oder so…

Den Flower Market liebe ich ja. Deswegen war er ein absoluter Muss! Es ist so kanckevoll, aber mich einfach mit der Menge treiben und schieben zu lassen, dabei die vielen Gerüche und die englischen Rufe der Verkäufer auf zu nehmen, ist unbezahlbar!

Weiter ging es dann die Old Street entlang. Unser angestrebtes Restaurant hatte leider geschlossen und so liefen wir weiter und weiter zum Postman’s Park, der in Barbican liegt.

Bisher waren wir 5,5km gelaufen und daher sehr froh, uns hinzusetzen!

Nach einer kleinen Verschnaufpause, lasen wir uns die Heldentaten durch. Da kam ich dann doch in eine ganz eigene Stimmung und es war angenehm, dazu die schönen Fließen zu betrachten. Für mich ist dieser kleine Park ein ganz besonderer Ort in London, ein Ort der Stille, ein Zwischenraum.

Anschließend ging es zu Essenaufnahme und -abgabe, sowie zum Kaffee tanken und weiter planen ins Pret A Manger an der Ecke.

Foto 1-2

Wir entschlossen uns, mit der Tube von St. Paul’s über Holborn bis zum Russen Square zu fahren, was wir dann auch taten. Sollten ihr jemals beim Russen Square aus der Tube steigen und dann die Wahl haben zwischen eklig vollem Fahrstuhl und leer aussehender Treppe: nehmt immer den Fahrstuhl! Mir war bis dato nicht bewußt, wie tief die Tube sich unter der Erde befindet! Jetzt schon und ich brauchte eine geraume Weile, um diesen Schock zu überwinden.

Oben angekommen liefen wir die Marchmont Street entlang und dann an all den schönen kleine Parks und der Gower Street entlang bis zum Bedford Square.

Von hier ging es die weiter zum Neal’s Yard. Ich hatte dort zwei vegane Essenmöglichkeiten herausgesucht, aber mir war dabei gar nicht klar, dass es sich um eine Art Innenhof handelt. Es war eine unglaublich lebendig angenehme Stimmung hier. Natürlich viele Tours, aber dennoch alles locker. Wir entschieden uns für das Wild Food Café, da wir nach den weiteren zwei km Fußmarsch richtige Plätze zum Sitzen brauchten 😉 Das Essen war lecker, aber zu teuer und zu wenig.

Aber stärkend und erfrischend war die Essenpause und so konnten wir die letzten zwei km über Seven Dials und den Strand bis zur Waterloo Bridge bewältigen. Erschöpft stiegen wir in den Bus 188 und ließen uns in 50min. nach Hause tragen. Dort schlurften wir noch nach Greenwich rein und laufen Abendessen und Naschereien  bei Sainsbury, um schließlich zu Hause vor dem Fernseher zu landen und Mission Impossible II anzuschauen (Das wir keinen Fernseher besitzen, ist fernsehen immer ein großes Event 😉 ).

So ging dieser vielfältige Tag mit seinen trübseligen und ruhigen Momenten zu Ende und meine Beine waren mir sehr dankbar, endlich hochgelegt zu werden.

Wissenswertes:

Der Greenwich Foot Tunnel verbindet Greenwich und die Isle of Dog und ist 370m lang. Die alte Fährverbindung war zu unzuverlässig. Dies hinderte viele Arbeiter daran pünktlich den Docks zu kommen. Daher wurde in den Jahren 1899 bis 1902 dieser Tunnel gebaut. Dabei gab es noch nicht die heutigen Maschinen! Der Tunnel ist 24h offen.

Die Isle of Dogs ist eine Halbinsel, die an drei Seiten von der times umspült wird. Während hier früher eher Arbeiter in Sozialwohnungen wohnten, entwickelt sich die Insel seit einigen Jahren zum Geschäftszentrum, dominiert von Wolkenkratzern. Die Mietpreise passen sich dem an und die alte Bevölkerung wird nach und nach verdrängt.  Lange Zeit waren waren die Docks wichtigste Stimmung- und Arbeitergeber. Heute kann man noch ein paar der Gebäude bei m Flanieren entdecken.

Der Flower Market Columbia Road befindet sich eben dort und ist sonntags von 8-13Uhr geöffnet. Es gibt ihn seit 1868.

Der Postman’s Park ist ein Ort, an dem an die „normalen“ Helden gedacht werden kann. Er wurde von George Frederic Watts initiiert. Sein Name läßt sich auf das früher in der Nähe gelegene General Post Office zurückführen. Er wurde 1880 eröffnet und die neueste Tafel ist von 2007.

Bedford Square war der erste Gartenplatz mit einer auferlegten architektonischen Einheitlichkeit und legte den Stil für Gartenquadrate in London durch das späte 18 und frühen 19 Jhd. (Quelle).

Neal’s Yard: Die dreieckig angeordneten, ehemaligen Lagerhäuser haben zur Zeit des Großmarkts am Covent Garden als Blumenlager gedient. In der 80er Jahren nistete sich eine neue Szene im etwas abseits gelegenen Hinterhof ein. Die Mieten waren zu dieser Zeit noch niedrig und so enstand nach und nach eine Oase alternativer Kultur. (Quelle)

Seven Dials war ursprünglich angelegt als modischste Adresse Londons zu sein. Vom Herzstück gehen strahlenförmig sieben Strassen ab. Geworden ist es dann eine Slumgegend mit vielen Ginläden. Dann habe es einen Zustrom von Einwanderern besonders aus Irland und nach und nach wurde es eine Handelsgegend.

Strand ist heute eine große, lärmige Strasse. Früher hat sie die City of London und die City of Westminster auf dem Landweg verbunden. Für mich hat sie Strasse immer einen Heiligenstatus, da sie in der Dreigroschenoper besungen wurde. Auch wenn ich damals immer dachte, dass der Tode am Strand liegt und mich immer wunderte, wo Mackie nur die ecke hernahm, um die er verschwand.

WAS ICH AN LONDON LIEBE:

All die Grünflächen und Parks, sowohl die großen als auch die kleinen. Es ist so angenehm und bringt mich in eine ruhige Stimmung. Besonders schön ist es, dass sie so sauber sind und keiner grillt 😉 !