London – Tag 4 und Ende der Reise

Der letzte Morgen in London 😦 . Wir packen unsere Sachen und räumen die Wohnung auf. Kurz vor 10Uhr verlassen wir diese ein letztes Mal und gehen zur Cutty Sark Station.

Foto 1-1.JPG

Von dort fahren wir mit der Tube bis zur Canary Wharf Station, dann weiter bis zur London Bridge und mit der dritten Bahn bis Camden Town in Camden, dem Ziel des heutigen Tages. Wir laufen die Camden High Street Richtung Kanal entlang. Sofort fühle ich mich zu Hause. Ich bin zum ersten Mal hier, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern schon mal hier gewesen zu sein 😉 und ich liebe dieses Viertel. Jeder zweite Laden ist ein Schuhshop! Die Häuser sind alle irgendwie gestaltet und es gibt einen Trashladen neben dem anderen. Angefangen mit einem Budenmarkt a la Polen folgt dann ein Markt dem anderen.

Am Kanal entpuppt sich dann die schöne Seite des Viertels. Die Sonne scheint auf das Wasser, alle Leute sind irgendwie entspannt und die Graffiti sind schön!

Wir kommen zum Camden Lock Market. Nach dem ich eine Weile an den Ständen entlang geschlendert bin, bleibe ich einfach nur stehen und genieße es, hier zu sein. Ich lausche, rieche, fühle und bin selig. Der Mitreisende ist derweil mal wieder in Platten und Cd’s versunken. In der Sonne sitzend trinken wir dann noch einen leckeren Kaffee, bestaunen, die Marktfrau eines afrikanischen Standes, die hysterisch über den Platz rennt und sich lauthals und zeternd beschwert, dass alle sie und ihren Stand immer nur fotografieren, aber keiner was kauft und gehen dann weiter.

Nachdem wir noch einen Blick auf The Hawley Arms geworfen haben, gehen wir die Chalk Farm Road weiter zum Stabes Market.  Die alten Ställe lassen sich noch sehr gut erkennen und bei Dr. Martin verliebe ich mich in rote Schuhe.

Nun sind wir schon wieder eine ganze Weile unterwegs und der Hunger macht sich bemerkbar. Ganz in der Nähe soll es das älteste Veggie-Restaurant Londons geben. Also nix wie hin. Wir biegen in die Regent’s Park Road ein, überqueren die Gleise und laufen durch eine Wohngegend, die mich etwas an den Prenzelberg erinnert. Schließlich biegen wir in die Erskine Road ein und kommen im Manna. Der Laden gefällt mir auf Anhieb. Schön unaufgeregt und sehr nett geht es dort zu. Das Essen ist der Hammer und wiedermal alles vegan. Der Cheesecakes ist so unfassbar lecker! Ach ich will sofort wieder hin und ihn essen!!!

Gesättigt und ausgeruht geht es weiter die Regent’s Park Road runter bis zum Regent’s Park. Wir durchqueren dessen oberes Stück, kreuzen noch einmal den Kanal, gehen am Zoo entlang, beobachten ein Eichhörnchen und laufen durch Marylebone zur Oxford Street.

Hier versinken wir für einige Zeit in die Tiefen von Nike Town. Das sind keine Sportklamotten hier, dass ist Lifestyle. So will ich rumlaufen! Es gibt so viel mehr im Angebot hier als in Berlin und es ist soviel cooler dargestellt. Im meinem Kopf spuken neue Outfits herum! Als wir den laden verlassen, weiß ich kurz nicht in welcher Stadt ich bin – Nike Town ist echt nicht übertreiben.

Nun ist es aber soweit. Wir müssen zum Flughafen. Also machen wir uns ein letztes Mal per Bus auf den Weg zur Victoria Station. Kaufen ein letztes Mal bei Pret a Manger, nehmen erst den Express und dann das Shuttle zum Terminal, warten auf das Boarding und steigen ins Flugzeug. Good Bye London … ich komme bald wieder!

WISSENSWERTES

Camden „…war im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, als der Kanal und die Eisenbahn die Gegend erschlossen hatten, ein wichtiger Handelsplatz. Zunächst zogen Pferde die Lastboote am Kanalufer gen Westen, später siedelten sich Warenlager an. Die Industrialisierung ließ arme, irische Einwanderer nach Camden strömen, die ihre Trinkkultur mitbrachten (viel und ausdauernd). Camden wurde zum überfüllten Kiez des Londoner Nordens, ein proletarisches Vergnügungsviertel. Charlie Chaplin trat 1912 in der „Bedford Music Hall“ auf, ein modernes Tanzlokal wie heute der „Electric Ballroom“. Dichter und Schriftsteller wie Charles Dickens, Dylan Thomas, George Orwell, William Butler Yeats und Mary Shelley, die Autorin von „Frankenstein“, küsste in Camden die Muse. Der Siegeszug des Autos aber ließ nach dem Zweiten Weltkrieg den Stadtteil links liegen. Kanalboote spielten als Verkehrsmittel keine Rolle mehr. Die Lager wurden geschlossen, Teile des alten Camden für Sozialwohnungen abgerissen.“ Hier kann man noch viel mehr übers Viertel lesen.

Der Camden Market besteht aus vielen verschieden Märkten. Zwei davon sind der Camden Lock Market und der Stabes Market Der Camden Lock Market liegt am Regent’s Canal und wurde früher als Lagerhaus für den Schiffsverkehr genutzt. Nachdem diese Lager nicht mehr gebraucht wurden, sollte dort vorübergehend ein Markt sein. Den gibt es nun bis heute. Auch das Feuer von 2008 konnte dem kein Abbruch tun, genauso wenig wie große Ketten, die immer wieder versuchen, in der Gegend ansäßig zu werden, wogegen die Anwohner bisher aber erfolgreich protestierten. (Quelle). Der Stables Market war früher im Viktorianischen Zeitalter ein Krankenhaus für Pferde. Hier wurden Pferde verarztet, die sich Verletzungen zuzogen beim Ziehen der Kähne auf dem Kanal.

WAS ICH AN LONDON LIEBE

Die Menschen bleiben meistens bei sich. In der U-Bahn starrt dich keiner an. Jeder beschäftigt sich mit sich selbst. Mehrmals habe ich Menschen gehen, die laut singend mit Kopfhörern auf umherliefen. keiner schert sich drum. Sollen sie doch. Man ist höflich, wenn man angesprochen wird, aber ansonsten läßt man die anderen sein, wie sie sind und bleibt selbst so wie man sein will. So zumindest mein Eindruck. I like it!


2 Gedanken zu “London – Tag 4 und Ende der Reise

  1. Emofindest du das in Berlin nicht auch so? Ich sehe hier ständig singende Bekloppste und Co. und niemanden schockierts. Selbst als ich mal von einem Festival im Fledermauskostüm in der Bahn gegen 6 Uhr saß, alle anderen auf dem Weg zur Arbeit, hat sich niemand für meine Erscheinung interessiert.

    Gefällt 1 Person

    1. Es ist aber eher ein Desinteresse, irgendwie anders! Als ich als schneefrau verkleidet ubahn gefahren bin, war es schon fast nett, aber so im alltäglichen miteinander ist die Stimmung irgendwie anders. Schwer zu beschreiben!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s