Tagebuch vom lauten Grund #6

Dritter Dienstag

Liebes Tagebuch!

Ein Thema, über das ich ich und wir alle hier viel lernen, ist das Thema Faszien. Jeder Arzt und jeder Therapeut hat dieses Wort im Mund.

Und wenn ich bedenke, wie wichtig und für den Körper bedeutend die Faszien sind, frage ich mich, warum ich erst jetzt davon höre. Ja, ich hab hier und da bei YouTube mal ne Faszienrolle gesehen und was von sich Ausrollen gehört aber so richtige Ahnung hatte ich nicht.

Also für alle die, die auch nix oder nur so ein bisschen darüber wissen, hier mehr laienhaftes Halbwissen:

Faszien werden üblicherweise Bindegewebe genannt.

Faszien umhüllen die Muskeln, Sehnen, Knochen, Bänder, Gefäße und Organe unseres Körpers. Sie sind netzartig, reißfest und elastisch und ziehen sich durch den ganzen Körper und verbinden seine einzelnen Bestandteile miteinander. Faszien geben Stabilität und Form, sie unterstützen die Arbeit der Muskeln und halten den Körper beweglich. Sie halten die Organe an ihrem jeweiligen Platz und sorgen aber auch dafür, dass sie sich verschieben können, z.B. bei bestimmten Bewegungen oder während der Schwangerschaft.

Damit ist auch erklärt, wie wichtig ein ordentliches Funktionieren der Faszien ist und wir verheerend eine Einschränkung der Arbeit für den Körper sein kann.

Es gibt drei verschiedene Gruppen: die oberflächlichen, die tiefen und die viszeralen Faszien.

Faszien können sich verdrehen, verhärten und/oder verfilzen. Dadurch schränkt sich die Bewegungsfreiheit ein und es können Schmerzen entstehen.

Da die Faszien ja im ganzen Körper und miteinander verbunden sind, kann der Schmerz auch an anderer Stelle auftreten, als direkt die „verklebte“ Faszie liegt.

Grund für diese negative Veränderung bei den Faszien können Verletzungen, Bewegungsmangel, Stress, Überlastung und Alter sein.

Folgen können alle möglichen Arten von Schmerzen im ganzen Körper sein, auch chronische.

Hier in der Klinik wird auf vielerlei Art an einer Entfilzung der Faszien gearbeitet. Wir bekommen Faszienrolle und Faszienbälle erklärt, wir bekommen myofasziale Massagen, wir arbeiten an unserer Dehnbarkeit und stärken unsere Muskeln. Wir erhalten sozusagen Faszientraining. Bei der Krankengymnastik wird unter Umständen darauf eingegangen und sogar bei Qi Gong sind sie Thema.

Faszienrolle und Faszienbälle

Mit der Rolle oder den Bällen massierst du Bereiche deines Körpers. Wir beginnen zum Beispiel bei den Waden und rollen entweder eine oder beide Waden ca. 60 Sekunden lang über die Rolle. Dann geht es weiter zu den Oberschenkeln hinten, an der Seite und vorne. Man kann auch die Schienbeine bearbeiten. Dann kommen die einzelnen Popacken dran, der untere Rücken und der obere und schließlich die Seiten des Oberkörpers. Dieses sollte man zweimal die Woche machen und nach etwa 12 Wochen tritt ein erkennbare Veränderung ein. Von den bekannten Black Rolls wird hier abgeraten, da sie wohl viel zu hart sein sollen.

Die Bälle funktionieren ähnlich, gehen nur viel tiefer hinein, da sie härter sind. Sie sind besonders für die Fusssohle geeignet. Laut Therapeutin man da auch große Flummis nehmen. Also falls ihr einen zu Hause habt, lasst mal eure Sohle mit Gewicht darauf kreisen. Umso weniger ihr in eurem Beruf oder Alltag auf den Füßen geht bzw. umso eintöniger ihr steht, desto größer wird der Schmerz sein. Ich habe hier erwachsene Menschen dabei fast weinen sehen. Aber es wird besser und alle beschreiben eine deutlich Verbesserung. Für den Hintern gibt es dann noch einen größeren Ball.

Myofasziale Massage

Diese Massagen haben es in sich! Der Masseur sucht, indem er tief in die Haut hineindrückt, verhärtete, verfilzte oder verdrehte Punkte der Faszien. Diese manipuliert er dann auch gern mit Hilfe von Ellenbogen und Knöcheln. Es fühlt sich dann eventuell wie ein Bobbel an, der unter der Haut liegt und vom Masseur in und her bewegt und weggedrückt wird, was wirklich sehr schmerzhaft sein kann. Aber im Nachhinein hat noch jeder gesagt, wie gut ihm das getan hat.

Faszientraining

Hierzu gehört das gute alte Trampolin springen, das ausgiebige Dehnen und die Stärkung der Muskeln. Beim Yoga zum Beispiel werden die Faszien meist sehr gut bearbeitet.

Krankengymnastik

Hier macht der Therapeut erst mal eine Bestandsaufnahme und arbeitet sich dann in betroffene Faszien gründlicher durch Griffe, Druckpunkte und Verschiebungen ein. Er kann so Triggerpunkte finden und dieses bearbeiten. Das tut auch ganz schön dolle weh und kann sogar Muskelkater auslösen, aber es scheint auch zu helfen.

Qi Gong

Laut meines Qi Gong Lehrers hier, kennen die alten Chinesen das Faszienproblem schon länger, nur unter anderem Namen. Da decken sich irgendwie die Faszien mit den Meridianen, aber das ist nochmal ein Thema für sich!

So das soll jetzt reichen zum Thema.

Wer noch mehr lesen will kann mal hier oder hier nachlesen oder einfach die Schlagwörter googeln – am Besten bei Ecosia 🙂

Heute

6:30 Aufstehen, Qi Gong Übungen und Sonnengruss

7:30 Qi Gong mit Lehrer in der Gruppe

8:00 Schmerzkompetenztraining in der Gruppe Thema: welches Gefühle führen bei mir zu mehr Schmerzen und welche helfen bei der Linderung?

9:00 Frühstück

Pause – Musik machen

10:00 Functional Training

10:30 Pause – lesen

11:45 Mittag essen

12:45 Pause – Film schauen auf Netflix „The Blind Side“

14:00 Krankengymnastik

14:30 Pause – nach Hause telefonieren, Film zu Ende schauen

17:30 Abendbrot

18:30 Akupunktur

19:00 Kino im Saal „Der Ballon“ oder so

21:00 im Zimmer, Blog schreiben und dann bald schlafen


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