RIGA – Tag 6 und Ende

Am 6. Tag wußten wir nicht mehr so recht wohin mit uns. Es wäre gut gewesen sich für Tag 5 und 6 ein Auto zu mieten aber wir hatten weder rechte Lust noch wirklich Geld dafür übrig. So taten wir etwas, was man normaler Weise wohl gleich zu Beginn machen würde:

Wir schlenderten durch die Altstadt und schauten mal richtig hin!

Und das lohnt sich definitiv. Nachdem wir es erstmal geschafft hatten, die vielen menschen auszublenden, entdeckten wir die wunderschönsten Kleinigkeiten an Häusern.

Wir liefen als um die Petrikirche herum, am Schwarzhäupterhaus entlang, welches wirklich beeindruckend aussieht und machten auch bei den Bremer Stadtmusikanten kurz Halt. Hier saß eine junge Frau die sehr schön auf einer Kantele spielte und dazu sang.

Von hier aus streunten wir durch die Gassen zwischen der Skārņu iela und der Kalēju iela. Hier gibt es wirklich schöne, kleine Läden und in einem kauften wir Ohrringe für mich, eine Kette für die eine, einen Schiff aus Bernstein für die andere Mitbewohnerin und ein Feuerzeug für die Große. Sehr glücklich ging es weiter!

Wir liefen kreuz und quer bis zum berühmten Katzenhaus.

Es gibt wirklich so viel zu sehen und entdecken, wenn man mit wachen Blick an den Häusern entlang geht.

Nun hatten wir Hunger und kehrten wieder bei Raw Garden in der skola iela ein. Leider gab es keinen Avocadobürger, aber die Gemüsenudeln und der Rest waren auch sehr lecker. Und diesmal gönnten wir uns auch himmlisch leckeren Süßkram! Ein Traum und das in vegan!!!

 

Dann ging es zurück, wieder am Freiheitsdenkmal vorbei, durch den Park und auf den Bastionshügel. Ein schöner Ort, den wir zum Glück noch angeschaut haben!

 

Anschließend gingen wir in die Rigaer Börse, ein Museum, dessen Webseite versprach Bilder von Nicholas Roerich auszustellen. Da ich diesen Maler sehr mag, aber noch nie ein Original gesehen hatte, freute ich mich sehr drauf. Als ich die etwas ältere Dame am Kartenschalter fragte, welche Eintrittskarte ich bräuchte, um Roerich sehen zu können, antwortete sie mir auf Lettisch. Als ich sie in Englisch und Russisch darauf hinwies, dass ich kein Lettisch verstehe, antwortete sie mir wieder etwas auf Lettisch. Daraufhin wechselte ich in Einwortsätze und Gebärdensprache. Während sie konstant Lettisch sprach, konnte ich langsam verstehen, dass sie hier keine Roerich Bilder hätten. Als ich sie darauf hinwies, dass die Webseite aber damit wirbt und das ja irgendwann also mal Roerich Bilder da gewesen sein mussten, wurde sie unfreundlich und gab mir zu verstehen, dass es hier kein Roerich gibt und quasi nie gegeben hat. Ich solle mir doch die Prado Kollektion ansehen. Die wollte ich aber nicht. Also kauften wir reguläre Tickets und machten uns auf die Suche. Die Gemälde Galerie war winzig und vollgestopft mit merkwürdigen Bildern. Die Orient Ausstellung war schön anzusehen und der Sakropharg mit Mumie war gruselig. Aber keine Spur von Roerich. Als wir dann die junge Verkäuferin im winzigsten Museumsshop der Welt danach fragten, konnte sie zwar Englisch aber wußte nichts über einen Roerich. Als ich sie darauf hinwies, dass hinter ihr mehrere kleine Kopien von Bilder von ihm zum Verkauf standen, wußte sie zwar nun, dass das Roerich ist, aber konnte uns dazu auch nicht mehr sagen. Etwas enttäuscht und zutiefst irritiert über die lettische Art gingen wir zum Ausgang. Inzwischen hatte es begonnen zu regnen. Also huschten wir über den Domplatz von Eingang zu Eingang und gelangten so schließlich zur Brücke, die über die Daugawa ins Viertel mit den schönen Holzhäusern führt.

Foto 2-1

Dort stellten wir uns unter bis es weniger regnete und wechselten dann auf die andere Flußseite über. Hier gingen wir zum Marktplatz im Kalnciema Viertel, wo ein Open Air Konzert stattfinden sollte.

Als wir ankamen, schien das aber noch eine ganze Weile hin bis zum Beginn und daher machten wir uns auf den Heimweg. Der Plan war, ein Stück zu laufen und dann ein Pandataxi zu erwischen. Leider waren alle besetzt und das eine, was frei war, gehörte einem unfreundlichen Menschen, der mich auf Lettisch anmaulte, so als sei das eine Dreistigkeit mit einem freien Taxi mitfahren zu wollen! Also liefen wir, kauften etwas ein, liefen wieder, verliefen uns und trafen nach ganzen sechs Kilometern zu „Hause“ ein. Anstrengend war es, aber auch ein schöner Abschiedsgang.

Völlig erschöpft schliefen wir nach einem Reste Abendbrot früh ein.

Am nächsten Tag war dann packen und aufräumen angesagt. Als wir mit allem fertig waren, riefen wir, weise geworden, per Handy ein Pandataxi zur Wohnung. Und als krönenden Abschluss durften wir mit einem jungen, sehr gut Englisch sprechenden und freundlichen Taxifahrer zum Flughafen fahren. Hier waren wir viel zu früh, aber das Alan half über die Wartezeit hinweg. Es gab interessanter Weise ein Schaufenster im Flughafen, dass über die Tierquälerei in Bezug auf die Verwendung von Leder und Fellen und so weiter aufmerksam machte. Ein eifriger oder aber gelangweilter Mitarbeiter von Ryan Air musste dann noch meinen Koffer und dessen Maße checken, obwohl mir kurz vorher schon jemand mitgeteilt hatte, dass der Koffer wegen Platzmangel in den Bauch des Flugzeuges muss. Das war sehr nervig, aber naja. Schließlich ging es in den Flieger, der gerade erst von den vorherigen Passagieren verlassen wurde und auch dementsprechend aussah und nach einem holperigen Start waren wir in der Luft (Ryan Air will ich so schnell nicht wieder!), ein letzter Blick auf Riga und zurück ging es nach Berlin!

Es war eine schöne aber auch eine kuriose Reise. Sie war lang und dennoch gibt es das ein oder andere, da sich gern noch gesehen hätte. Vielleicht machen wir nochmal eine Autotour durch die Baltikländer, wer weiß!


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