Gedanken zu Sante und Bodyshop

Die Auswahl für tierversuchsfreie und vegane Kosmetikprodukte steigt. Das ist gut!

Das liegt wohl auch daran, dass die Nachfrage steigt. Das hat aber zur Folge, dass kleinere Unternehmen von größeren Unternehmen entdeckt und aufgekauft werden.

So geschehen mit The Bodyshop und L’Oreal im Jahr 2006. Auf einmal gehörte eine im Großen und Ganzen ethisch korrekte Marke  zu einem Firmenriesen, der Tierversuche durchführt. Kauft man nun Produkte von The Bodyshop unterstützt man dadurch auch L’oreal. Ein moralisches Dilemma. Die Konsequenz, die viele Kunden daraus zogen – auch ich – war, The Bodyshop zu boykottieren. Das hatte zur Folge, dass der von L’Oreal erhoffte Erfolg nicht eintrat und sie im Jahre 2017 die Firma an Natura Brasil verkaufte. Natura Brasil wiederum kann man zu den eher ethisch korrekten Firmen zählen.

So weit so gut, da könnte man ja meinen, der Verbraucher hat Druck gemacht bzw. boykottiert und nun ist wieder zusammen, was zusammen gehört.

Ein Artikel von PETA hat mich da aber nachdenklich werden lassen:

„Immer, wenn ein Großkonzern ein kleineres, von mehr Mitgefühl geprägtes Unternehmen schluckt, lernt das Großunternehmen aus dem Erfolg des kleineren Unternehmens, das Verbrauchern etwas an Themen wie Tierversuche und tierquälerische Intensivtierhaltung liegt.“

„Wenn Konglomerate tierfreundliche Unternehmen gekauft haben, hatte das immer zur Folge, dass humane Produkte in größerem Maße und mit besserer Werbung als zuvor verkauft wurden.“

„Großunternehmen erkennen jetzt den expandierenden Markt mitfühlender Verbraucher, die tierfreundliche Lebensmittel, Kosmetika und Kleidung wünschen. Wir hoffen, dass die Politik der Tierversuchsfreiheit von The Body Shop und ihre Unterstützung von Projekten, die freundlich gegenüber Menschen, der Umwelt und Ureinwohnern sind, L’Oréal überzeugen werden, Tierversuche komplett und für immer abzuschaffen.“ (Quelle)

Es ist so leicht, sich darüber zu echauffieren, dass die Marke, die man immer kaufte auf einmal gemeinsame Sachen mit dem Bösen macht.

Das gleiche Ding gab es ja zum Thema Bio Company und dass sie die kleinen Bioläden vom Markt vertreiben. Aber wenn einem daran gelegen ist, dass möglichst viele Menschen vegan einkaufen oder regional und biologisch, dann reichen kleine Läden nunmal nicht aus, oder?

Vielleicht ist das einfach der nächste Schritt in Richtung Weltwandel, dass die Großen die Kleinen kaufen und von innen her verändert werden. Natürlich nicht sofort, aber mit der Zeit?!?

Ich beschäftige mich vor allem mit diesen Gedanken, da L’oreal nun gerade den nächsten Versuch startet, mit einer ethisch korrekten Marke Erfolg zu verbuchen und Sagte (also genau den Mutterkonzern Logocos) gekauft hat. Von dieser Marke kaufe ich regelmäßig Produkte. Es wäre aber auch inzwischen ein Leichtes, auf eine andere Marke umzusteigen.

Aber macht das Sinn? Ist die schnelle Empörung und der sich moralisch so gut anfühlende Boykott wirklich der angebrachte Weg, den Wandel in der Welt zu unterstützen?

Was denkt ihr darüber?

Meine Lösung ist übrigens immer weniger Kosmetikprodukte überhaupt zu benutzen. Denn allen, ob tierversuchsfrei oder nicht, ist zu eigen, dass sie sehr viel Müll produzieren!!!

Ein weiteres Gutmenschen-Thema!

Auf welche Produkte könntet ihr nie verzichten?


5 Gedanken zu “Gedanken zu Sante und Bodyshop

  1. „Aber wenn einem daran gelegen ist, dass möglichst viele Menschen vegan einkaufen oder regional und biologisch, dann reichen kleine Läden nunmal nicht aus, oder?“

    Das sehe ich ähnlich. Etwas besser ist es zwar, wenn das Geld bei einer sympathischen Firma mit ethischen Absichten ankommt, jedoch werden die meisten Leute eher auf die größeren Unternehmen aufmerksam, da die eher wachstumsorientiert sind. Solange die gekauften Produkte aber fair, vegan, ohne Tierversuche etc. produziert wurden, ist dagegen nichts einzuwenden. Die Großunternehmen merken, dass das lieber gekauft wird und produzieren dementsprechend.
    Vielleicht wird ja auch mal ein Unternehmen aus rein ethischen Absichten zum Global Player, hoffen darf man ja.. 🙂

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  2. Ich finde grundsätzlich den Ansatz, so wenig wie möglich zu konsumieren, am besten für alle 😉 und stimme dir auch ansonsten absolut zu, was die Entwicklung „von innen heraus“ betrifft. Anders kann es ja auf Dauer nicht gehen, egal ob bei L’Oreal oder bei McDonalds. Und wo will man dann die Trennlinie ziehen? Ich unterstütze ja auch Konzerne, wenn ich in einem Discounter einkaufe, der auch Kosmetik mit Tierversuchen führt oder Fleisch verkauft – selbst wenn ich dort nur Obst und Gemüse kaufe, unterstütze ich den Supermarkt. Also freue ich mich doch lieber, wenn die Discounter angeregt durch mein Kaufverhalten verstärkt tierfreundliche Produkte verkaufen.

    Das heißt jedoch nicht, dort jetzt auf Teufel komm raus zu konsumieren, denn wie gesagt sollte der Konsum an sich bewusster werden, doch ein natürlicher gesellschaftlicher Umschwung kann sicher nicht vonstatten gehen, wenn alle großen Betriebe erstmal komplett schließen, alle Mitarbeiter arbeitslos werden und dann aus den veganen Kleinbetrieben vegane Großkonzerne werden.

    Nun ist sich ja L’Oreal der Problematik auch bewusst und hat vielleicht gerade als Großkonzern mehr Einfluss auf China (denn wegen China werden ja noch Tierversuche gemacht) und auch mehr Geld, Alternativen zu erforschen (was sie ja bereits seit langem tun), mit denen dann vielleicht irgendwann auch China leben kann.

    Dennoch kann eben auch ein Boykott nochmal nachdrücklich zeigen, was der Verbraucher will (siehe BodyShop) und was nicht, von daher denke ich, man kann wie immer den Wandel aus verschiedenen Richtungen angehen und sollte sich einfach darüber bewusst sein, wofür man sich in diesem Moment warum entscheidet. Reflexartiges Boykottverhalten macht die Welt jedenfalls auf Dauer auch nicht besser, alles hat mindestens 2 Seiten.

    Guter Artikel, danke!

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  3. Meine Frau kauft grundsätzlich Kosmetikprodukte ohne Tierversuche und ich damit ebenfalls, aber große Konzerne in die Knie zu zwingen geht nur über gezieltes kaufen, denn boykottieren erfordert eine große Menschenbewegung und die findet ja nicht einmal für den Klimawandel statt, obwohl jeder schon die Auswirkungen spüren kann. Da juckt nur sehr wenige das Schicksal von Tieren, leider.

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