Thessaloniki – Tag 3

Diese Nacht war viel besser, aber geträumt haben wir alle sehr intensiv. Ich hatte beim Blick aus dem Fenster Regen erwartet, aber auch wenn die Sonne nicht voll schien, versprach es dennoch ein guter Tag zu werden. Der Olymp zeigt sich uns aber nach wie vor nicht!

Nach einem Frühstück mit Brot, Oliven und Orangen machten wir uns auf den Weg.

Wir wollten an der Stadtmauer entlang bis zum Hafen laufen.

Dafür ging es erstmal treppauf bis zum schon am ersten Tag entdeckten Mauerstück. Hier gingen wir dann innerhalb der Mauer nach rechts und wechselten beim nächsten Durchgang auf die Außenseite. Einmal noch ging es auf die Innenseite und dann folgten wir der Mauer auf der Außenseite bis zum Hafen hinunter.

Manchmal verschwand die Mauer und wir glaubten schon den Weg verloren zu haben, aber dann tauchte sie wieder auf.

Auf diesem Weg konnten wir vielfältige Eindrücke der Stadt erleben.

Und natürlich die Stimmung dieser gut erhaltenen Mauer! Der Blick auf die Stadt und aufs Meer ist für mich jedes Mal ein Ereignis.

Die Mauer, wie wir sie heute sehen, stammt aus dem byzantinischen Zeitalter. Der Weiße Turm bildete früher einen der Eckpunkte. An einigen Stellen könnte ich auch gut sehen, dass die Mauer nach wie vor alt von neu trennt.

Wie sie nach wie vor zwischen all den Häusern steht und steht und steht fand ich ganz schön beeindruckend.

Schließlich kamen wir unten an und verließen die Mauer! Ein wirklich sehr schöner Spaziergang.

Im Anschluss schauten wir uns den alten Hafen von Thessaloniki an. Hier faszinierte mich vor allem der Blick auf die Promenade, so dass ich den Hafen an sich gar nicht fotografierte. Aber als Hafenromantikerin wusste ich die Atmosphäre dort sehr zu schätzen. So verweilten wir hier auch eine ganze Weile. Ich bestaunte das Meer 😉, der Mitbewohner filmte interessante Oberflächen ab und die Mitbewohnerinnen drehten Tiktoks und nahmen Instagram-Material auf!

Dann ging es weiter die Promenade entlang zum Weißen Turm. Der Besuch hier ist im Kombiticket, welches der Mitbewohner sich im Byzantinischen Museum gekauft hatte, mit drin. Die Mitbewohnerinnen und als Studentin mussten nichts bezahlen. Also stiegen wir den Turm empor und genossen die Aussicht.

Solche Momente erfüllen mich ja mit Befriedigung: wenn ich erst von der einen Seite auf etwas schaue (siehe Foto oben) und dann von der anderen Seite einen Blick auf das ganze werfen kann, wie hier beim Blick zurück auf den alten Hafen.

Auf dem Weg nach unten schauten wir uns die Ausstellung an. Wer dazu Informationen braucht, tut gut daran, sich so ein Audiogerät auszuleihen, denn alle Beschriftungen sind auf Griechisch. Ich war völlig zufrieden damit, jeden Winkel des Turmes zu erkunden und mir die Bilder anzuschauen, sowie den Tonaufnahmen zu lauschen.

Immer wieder tauchen drei Ereignisse auf, die die Stadt geprägt haben:

Das Feuer vom 18. August 1917, welches drei Tage lang wütete und große Teile der Unterstadt zerstörte, wodurch viele, viele Menschen obdachlos wurden und Thessaloniki quasi neuerbaut werden musste.

Der Bevölkerungsaustausch 1923 zwischen Griechenland und der Türkei. Die meisten Muslime mussten Griechenland verlassen und über eine Million Griechen kamen nach Griechenland, auch wenn sie kulturell viel stärker türkisch geprägt waren. Es scheint wohl eher eine von beiden Seiten abgesegnete Zwangsvertreibung gewesen zu sein.

Die deutsche Besetzung von 1941 bis 1944. Noch 1912 lebten 80.000 Juden in Thessaloniki und machten damit die Hälfte der Bevölkerung aus. Die Deutschen zerstörten dann, wie überall, wo sie wüteten, das jüdische Leben der Stadt.

Nach der Besichtigung des Weißen Turms machten wir eine Essenspause bei Alexander dem Großen.

Beim Essen beobachteten wir die Hunde, von welchen wir an diesem Tag viele herumliegen und – laufen sahen; diesmal herrenlos.

Wir gingen dann zu einer Touristeninformationsbox, da wir im Internet nicht wirklich herausfinden konnten, wie wir mal ins Umland kommen können. Leider half uns das auch nicht viel weiter. Es scheint ohne Auto eher kompliziert und teuer zu sein, das Umland zu entdecken.

Wir machten uns wieder auf den Aufstieg zu unserer Wohnung. Zufälliger Weise gingen wir an den Mauerresten auf dieser Seite empor.

Auf dem Weg machten wir noch einen Abstecher und schauten uns den Friedhof an.

Da das Wetter nun doch sehr drückend war und die Treppen nicht weniger steil, machte ich sehr, sehr langsam, um keine Migräne heraufzubeschwören.

Dann ruhten wir erstmal zwei drei Stündchen aus.

Anschließend gingen die eine Mitbewohnerin und ich an wunderschönen Rosen entlang zum nahegelegenen Supermarkt einkaufen.

Dieser liegt im Kástra-Viertel, welches uns mit seiner dörflichen Atmosphäre gut gefällt.

Anschließend kochte ich Abendbrot, was auf dem merkwürdigen und teilweise nicht funktionierenden Herd eine kleine Herausforderung war, mich aber auch sehr undeutsch fühlen ließ.

Mit einem letzten Blick vom Balkon endet auch dieser Tag.


2 Gedanken zu “Thessaloniki – Tag 3

  1. wieder ein sehr interessanter Rundgang. Schade, dassder Himmel so schwer und trüb vom Saharasand ist. Wie anders wirkt die Stadt bei lebendigem Licht! aber auch so ist es schön, und die Rosen machen sich besonders gut bei diesem trüben Licht

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