Tagebuch aus dem lauten Grund #3

Erster Donnerstag

Liebes Tagebuch!

Für manche Menschen ist es so ungewohnt, sich auf eine Sache länger zu konzentrieren, dass sie es nicht aushalten, 45 Minuten zu zuhören. Was uns alle in dem Raum einte, ist der Schmerz, der uns hierher führte.

Wie entsteht Schmerz?

Es gibt einen noxischen Reiz, einen Schaden, wie z.B. den Stich einer Biene. Die Nozizeptoren, die Schmerzmelder, leiten diesen Eindruck über die Nervenleitung weiter zum Rückenmark. Von hier geht es über die Nervenleitung zum Gehirn. Am Übergang vom Rückenmark zum Gehirn gibt es eine Art Tor. Hier werden bei jede Menschen unterschiedlich viele Informationen, Schmerzimpulse weitergeleitet zum Thalamus im Gehirn, welches als Tor zum Bewusstsein bezeichnet wird und abermals als eine Art Filter funktioniert. Von hier aus geht es weiter zur Grossrinde, die erstmal den Schmerzimpuls, den Eindruck lokalisiert. Dann geht es weiter zum Vorderhirn, welches eine Bewertung vornimmt. Im limbischen System dann sitzt die Schmerzaufmerksamkeit, wird die Schmerzintensität bestimmt. Es wirkt als eine Art Alarm- und Stresssystem und bringt die emotionale Komponente mit hinein. Der ganze Weg funktioniert dann in entgegengesetzter Richtung und gibt uns das Empfinden, der Schmerz entsteht an der Schadensstelle. Der Schmerz wird also von allen Menschen individuell erlebt und findet im Gehirn statt.

Schmerzen werden unterteilt in akuten Schmerz und chronischen Schmerz. Während der der akute Schmerz von kurzer Dauer ist, eine Warnfunktion übernimmt, eine bekannte Ursache hat und es dann um die kurzfristige Behandlung der Schädigung mit dem Ziel die Ursachen zu beseitigen und eine Schmerzfreiheit herzustellen geht, trifft dies auf den chronischen Schmerz nicht zu. Dieser ist langwierig und wiederkehrend. Er erfüllt meist keinerlei körperliche Warnfunktion und die Ursache ist vielschichtig und kann sowohl bekannt als auch unbekannt sein. Bei der Behandlung geht s um den langfristigen Abbau von schmerzfördernden Bedingungen und Ziel ist eine Reduktion der Schmerzauslöser, das Erlernen eines aktiven Umgangs mit Schmerz und Schmerzlinderung.

Der Schmerz fungiert als innerer Schutzfaktor für uns. Er signalisiert Gefahr oder Schädigung. Durch mit ihm einhergehende unangenehme Emotionen, vergessen wir die Erfahrung nicht so schnell. Menschen ohne Schmerzempfinden leben gefährlicher. Schmerz gilt als besondere Art der Kommunikation sowohl mit dem eigenen Körper als auch dem sozialen Umfeld. Das individuelle Schmerzempfinden ist ebenso von soziokulturellen und ethnischen Faktoren abhängig. In verschiedenen ethnischen und kulturellen Zusammenhängen erleben Menschen Schmerz unterschiedlich und bringen ihn unterschiedlich zum Ausdruck.

So wie sich Muskeln durch ihren Gebrauch verändern, so verändert sich auch das Gehirn. Nervenzellen bilden immer mehr Verknüpfungen. Und auch wie Muskeln werden Nervenzellen durch regen Gebrauch dicker und schneller. So geschieht das auch beim Schmerz. Auf diese Art entsteht ein Schmerzgedächtnis, welches dann schon bei kleinsten Schmerzimpulsen sehr massiv reagieren kann.

Heute

6:30 Aufstehen

7:30 Frühstück

8:00 Functional Training

Pause – lesen und puzzeln

9:30 Chefvisite

10:00 Massage

Pause – lesen, puzzeln, Kraftraum

11:45 Mittagessen

Pause – Musik machen, lesen und schlafen

14:00 Einführung ins Längentraining

15:00 Vortrag Schmerzbewältigung

Frei – Waldspaziergang

17:30 Abendessen

Frei – den Tag planen, puzzeln, lesen, Fernsehen schauen


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