5. Tag – Ringwood / England

Der letzte ganze Tag in England begann damit, dass ich mit dem Fahrrad, welches mir die Große geliehen hatte, zum Bus in Ringwood fuhr. Im Linksverkehr zu fahren war für mich gar nicht so schwer, wie ich es mir vorgestellt hatte. Im Gegenteil, alles kam mir ganz logisch und sinnig vor. Liegt vielleicht daran, dass ich Linkshänderin bin und die Welt für mich daher eh oft “falschrum” stattfindet.

Wir trafen uns beim Bus und fuhren dann mit ihm eine halbe Stunde lang nach Bournemouth.

Bournemouth ist die größte Stadt der Umgebung und liegt direkt am Ärmelkanal. Schon vom Bus aus konnte ich das Meer erblicken.

Nachdem wir ausgestiegen waren, dauerte es noch einen kurzen Spaziergang durch einen kleinen, schönen Park mit süßen englischen Eichhörnchen und skurriler Weihnachtsdekoration bis wir dann endlich, endlich über Sand liefen und am Meer standen.

Schon immer bin ich sofort absolut glücklich, wenn mein Blick so in die Weite gehen kann und die Wellen mir entgegen rollen.

Wir lauschten dem Rauschen der Wellen und den Möwenschreien, suchten Muscheln und Steine und spazierten am Strand entlang.

Schon vor Christus (das ist irgendwie eine merkwürdige Art der Zeitangabe) war Bournemouth eine kleine Hafenstadt und Siedlung.

Aber seinen Stand als Seebad nahm es erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein.

Im Sommer muss es hier richtig englisch herrlich sein. Jetzt hatten wir dafür den Strand fast für uns. Hinter den Umkleidehäuschen stiegen wir über eine Treppe die Klippen hinauf und nach kurzer Zaunkletterei stand ich am Rand eben dieser und hatte einen weiten Blick. Die Große erzählte mir, dass hier in der Nähe wohl die Serie Broadchurch gedreht wurde.

Dann trieb uns der Hunger und Kaffeedurst in die Stadt hinein. Hier konnte ich wieder sehen, was mich schon in London so faszinierte: alte und neue Architektur im direkten Nebeneinander.

In einem Asialaden deckten wir uns mit Snack ein, machten noch in dem ein oder anderen Charityshop halt und setzten uns dann mit einem Kaffee auf einen kleinen Platz und beobachteten, wie die Möwen den Bournmouthern ihr Essen klauten.

Dann beschlossen wir, die Stadt zu verlassen und machten uns auf den Weg zum Bus. Der sollte erst in einer halben Stunde kommen und so liefen wir noch durch die Stadt und einen kleinen Park. Bournemouth ist wirklich schön, wie ich finde und für mich als Lebensart für eine Zeit auch vorstellbar.

Schließlich ging es mit dem Bus zurück, an Ringwood vorbei bis nach Salisbury.

Schon im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde hier ein Burgwall gebaut, der dann später von Römern, Angelsachsen und ab dem 11. Jahrhundert von den Normannen als Festung genutzt wurde (wiki). Die Hauptattraktion der Stadt, die wesentlich größer als Ringwood, aber kleiner als Bournemouth ist, ist die Kathedrale, die 1258 eingeweiht wurde.

Es ist wirklich ein schnuckeliges Städtchen und die Kathedrale sehr beeindruckend. Wir waren nicht wirklich drin, da man hierfür Eintritt zahlen musste und uns der Innenhof und der Raum, in dem eine Seite der Charta Magna ausgestellt wird, völlig an Eindrücken reichte.

Auch das Gelände um die Kathedrale war schön und im Sommer muss es hier geradezu herrlich sein.

Für uns waren neben der Kathedrale die vielen, vielen Charity Shops die Hauptattraktion. Sie liegen wie an einer Perlenkette aneinander gereiht und haben, wie ich finde, eine viel bessere Auswahl zu viel günstigeren Preisen als in Deutschland bzw. Berlin.

Schließlich ging es mit dem Bus zurück nach Ringwood bzw. bis zur Abzweigung zur Lantern und dort raus aus dem Bus. Dort wurden wir schon mit Abendbrot erwartet, welches wir mit Companions und Co-Workern einnahmen.

Danach ging ich wieder zurück zu meinem Zimmer und ging diesmal ganz mutig im Dunkeln durch die Wiesen. Der Weg war gar nicht so dunkel , wie ich annahm und es war ein richtig schöner Abschlussgang.


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