England / Ringwood – Abreise

Zum letzten Mal wachte ich in meinem Zimmerchen auf. Ich packte meinen Koffer und verabschiedete mich von der Vermieterin.

Ein letztes Mal durch den Ort laufen und ein bisschen wehmütig werden bei diesem Gedanken.

Ein letztes Mal im White Hart einkehren, aber zum Glück nicht ein letztes Mal mit der Großen zusammen sitzen und quatschen und Stop the Bus spielen!

Nachdem wir uns noch einen Apple Pie zum Nachtisch gegönnt hatten, liefen wir zum Bus und es war Zeit für den Abschied. Zum Glück sehen wir uns bald in Berlin wieder.

Kurz nach zwei fuhr mein erster Bus mit Ziel London ab. Ich genoss es sehr noch einmal durch die englische Landschaft zu fahren.

Nach zweieinhalb Stunden, nun schon im Dunkeln, kam ich in London an, wieder an der Victoria Coach Station.

Mit Informationshilfe bekam ich heraus, wo der nächste Bus in viereinhalb Stunden abfahren sollte und gab dann meinen Koffer für drei Stunden ab.

Los ging es auf einen Streifzug durch dieses Ecke Londons.

Zuerst lief ich zum Buckingham Palace. Der Mond stand schön am Himmel und es war etwas merkwürdig hier allein entlang zu laufen. Ich war sonst immer in Begleitung in London unterwegs und alle Touris, die ich sah, waren mindestens zu zweit unterwegs. Abends fühlt sich Alleinsein sowieso anders an als tagsüber, finde ich.

Dann ging es weiter Richtung Themse zur Westminster Abbey.

Der Big Ben war völlig eingerüstet und gar nicht als solcher zu erkennen. Aber die Themse war da, wie eh und je. Irgendwie ist es für mich immer wieder etwas Besonderes an diesem Fluss zu stehen. Jedesmal denke ich darüber nach, wie viel er schon gesehen hat, während er weiter und weiter fliesst.

Ich verweilte eine ganze Weile auf der Brücke und ging dann auf der anderen Flussseite an der Themse entlang. Bei der nächsten Brücke wechselte ich wieder die Seite und lief zur Victoria Station. Es ist so schön, in London unterwegs zu sein, einfach eine meiner liebsten Städte!

In der Victoria Station genoss ich die Toilette – warum bekommen wir das in Berlin nicht hin: kostenlose, saubere, moderne Toiletten!?

Dann ging ich ins Leon, aß dort lecker und blieb da, bis es Zeit war, den Koffer wieder abzuholen.

In der Busstation hatte ich dann noch Wartezeit, sogar mehr als gedacht, da der Bus 30 Minuten Verspätung hatte. Es beeindruckte mich sehr, wie zuvorkommend die Mitarbeiter waren und uns ungefragt immer auf dem neuesten Stand hielten. Und nach jeder Ansage riefen alle laut „Thank you“. Auch etwas, wovon sich Deutschland etwas abschauen könnte.

Schließlich kam der Bus und er stellte sich als richtiger Partybus heraus. Die Busfahrer kannten schon einige der Fahrgäste und begrüßten diese herzlich. Der Bus war mit Lichterketten weihnachtlich geschmückt und zu Beginn lief die Musik sehr laut und es fühlte sich eher nach einem Event als einer Busfahrt an.

Irgendwann kehrte aber Ruhe ein und irgendwann in der Nacht kamen wir am Tunnel an und hatten es sehr eilig, da wir durch die Verspätung in Verzug waren. Den Zug verpassen würde eine Stunde Verspätung mit sich bringen. Wir bemühten uns also alle, die Passkontrolle der Engländer schnell hinter uns zu bringen, was auch klappte. Bei den Franzosen mussten wir dann gar nicht erst aussteigen, sondern wurden durchgewinkt. Und dann ging es wieder in den Zug und durch den Tunnel. Wie auf der Hinfahrt verschlief ich diesen aber völlig.

Dieses Mal kam ich aber nicht wirklich in einen tiefen Schlaf. Der Bus hatte zwar mehr Beinfreiheit und ich hatte wieder zwei Plätze für mich, aber dennoch war es irgendwie nicht so bequem.

Mit dem Morgengrauen kamen wir dann in Deutschland und kurz danach in Düsseldorf an.

Hier empfing mich sofort die Tristesse und unfreundliche Mitarbeiter am Busbahnhof.

Ich setzte mich im Hauptbahnhof in ein Café . Es war doch eine ziemlich Umstellung: ich lief immerzu auf der falschen Seite, sprach Menschen auf Englisch an und wollte mit Pounds zahlen.

Irgendwie gingen die zwei Stunden um und ich stieg in den letzten Bus. Der Fahrer war sehr unfreundlich und nach kurzer Zeit musste ich auch meine Plätze räumen, da Menschen hinzustiegen, die sie reserviert hatten. Ich hatte dann einen sehr netten Sitznachbarn, mit dem ich irgendwann ins Gespräch kam und lange quatschte.

Endlich, endlich gegen acht Uhr abends kam ich dann am ZOB Berlin an, fuhr noch die kurze Strecke nach Haus und war sehr froh, wieder in meinem Bett schlafen zu können.

Es war eine wunderbare Reise. Sowohl das Eintauchen in die Lebenswelt der Großen, als auch Weihnachten in England und mit den Companions zu feiern und das Erleben des ländlichen Englands haben mir so viele Eindrücke geschenkt, von denen ich noch lange zehren werde!

Neulich schaute ich mit der großen Kleinen Sinn und Sinnlichkeit und feierte es sehr, dass mir nun soviel darin vertraut vorkommt.

Hier endet nun diese Reise…

… aber die nächste ist nur ein paar Wochen entfernt!


5 Gedanken zu “England / Ringwood – Abreise

  1. Vielen Dank fürs mitnehmen auf deine Reise! Es war eine lohnende Investion in Erinnerungen und kleine Abenteuer 😉 Schade, dass man an der (fehlenden) Freundlichkeit merkt wieder in Deutschland zu sein, aber du wurdest ja in England gut entschädigt 🙂

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