Mütter und Väter

Neulich war ich zu einem Geburtstag eingeladen. Inzwischen nehmen leine Kinder bei solchen Geburtstagen einen großen Raum ein. Für mich ist es dabei immer wieder faszinierend die Eltern zu beobachten. Diesmal sah ich Folgendes:

1. Das Kind tobt mit dem Vater, rennt durch den Flur und stößt sich am Fuß. Es schreit. Der Vater nimmt es hoch und tröstet es. Das Kind hält nach der Mutter Ausschau. Diese nutzt diesen Moment und nimmt dem Vater das Kind ab und tröstet es.

2. Mutter will auf Toilette gehen und Kind schickt sich an mitzukommen. Vater sagt: Es kann ja bei mir bleiben. Kind macht erste Schritte auf Vater. Mutter sagt: Ach du kennst das doch, sie will immer mit mir mit. Kind geht zur Mutter und mit auf Toilette.

3. Während der 3 Stunden dauernden Geburtstagsfeier trägt die Mutter ununterbrochen den Säugling umher, mal an der Brust, mal nicht. Dazu springt und turnt ihr etwa Dreijähriger auch auf ihr herum. Versuche vom Vater, das älterer Kind abzulenken und der Mutter Freiraum einzuräumen, werden von der Mutter nicht unterstützt. Der Säugling aber auch nicht ihm gegeben, so dass sie sich wirklich dem älteren Kind widmen kann.

Ich könnte noch mehr solche Situationen aufzählen, angefangen damit, dass die Mutter abends erst wegkann, wenn das Kind schläft, da nur sie es zum Einschlafen bringen kann, über latente Vorwürfe in Nebensätzen, dass der Vater „Schuld“ daran sei, dass das Kind erkältet ist, da er es nicht rechtzeitig in trockene Sachen gepackt hat bis hin zu Erschöpfungszusammenbrüchen und Vorwürfen, dass der Mann feiern geht, während man selbst zu Hause rumsitzt.

Ich habe mich sehr ähnlich verhalten und würde jetzt vieles anders machen.

Warum werden Väter in eine Rolle gedrängt (die ihnen dann noch vorgeworfen wird), die gar nicht mehr zeitgemäß ist?

Warum geht man davon aus, dass Mütter besser Bescheid wissen, wenn es um den Nachwuchs geht?

Ja sicher, sie waren im Bauch der Mutter und ja sicher, die Mutter stillt. Aber das kann doch nicht das Recht geben, den Vätern ihre Fähigkeit abzusprechen vollgültig für das eigene Kind da zu sein.

Diese Rolle, die irgendwie die meisten Mütter einnehmen ist so derartig umemanzipiert, dass einem schlecht werden kann.

Ein Vater kann sein Kind genauso gut trösten, wie es eine Mutter kann.

Ein Vater kann sein Kind genau beschützen, wie es eine Mutter kann.

Ein Vater kann ein Kind genauso gut ernähren, wie es eine Mutter kann (nicht naturgegeben, aber Hey! Wir leben im 21. Jahrhundert!).

Ein Vater kann ein Kind genauso gut ins Bett bringen, wie es eine Mutter kann.

Ein Vater kann sein Kind genauso gut pflegen, ankleiden, waschen etc. wie es eine Mutter kann.

Jeder Mensch hat etwas anderes zu geben, ist in etwas anderem besonders gut, hat andere Fehler und Einseitigkeiten. Ob Mann oder Frau, jeder Mensch, der gewillt ist, wird in der Lage sein können für ein Kind zu sorgen. Das mag nicht immer dem entsprechen, was wir für das Richtige und Beste halten, aber es geht uns nichts an, denn es ist nicht unser Leben, sondern das der Kinder.

Wir Mütter sollten endlich von unserem hohen Ross runtersteigen und unsere Alleinherrschaft über die Kinder aufgeben.

Dann müßten wir auch nicht mehr so viel klagen darüber, wie schwer es doch ist Haushalt, Kinder und Job unter einen Hut zu kriegen. Dann könnten wir als freie Partner unser Leben kreativ gestalten.

Wir sollten uns alle mehr zuMUTen! Uns die Möglichkeit geben, aneinander zu wachsen und uns zu entfalten und Aufgaben miteinander und nicht gegeneinander zu bestreiten!

Hier noch ein paar Beispiele wie sehr wir noch in der Vergangenheit hängen. Typisches Bild der Mutter und typisches Bild des Vaters!

 

 

Dafür hier jetzt noch eine schöne (ich weiß Barbie ist böse, aber dennoch):


5 Gedanken zu “Mütter und Väter

  1. Ich darf mich mal als Papa ohne ‚Bei-‚ melden und freue mich darüber, dass differenziert für die Gründe von solcherart Rollenverhalten gesucht wird. Ohne Tabus, und auch unter Müttern. Mag sein, dass ich in der Stadt wohne. Mag Zufall sein. Aber ich sehe hoffnungsvolle Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern bei der Kindererziehung. Sagen wir mal, bis auf das Stillen (wo ich trotz abgepumpter Milch im Fläschchen bei unserem Kleinen damals auch keine Punkte machen konnte). Was nicht geht, geht nicht.

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  2. Mir geht grad ein Licht auf. Ich hab ähnliches oft beobachtet. Außerdem hab ich beobachtet, wie Väter ältere Kinder abgewiesen haben, ohne Grund. Das waren unverständliche Momentaufnahmen, denen vielleicht sowas vorausgegangen ist.

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  3. Stimmt! Alle deine Beobachtungen sind mir ebenfalls aufgefallen. Zur Ehrenrettung aller Mütter gebe ich aber zu, dass diese extrem hormongesteuert sind und in ihrem Mutterglück quasi zerfließen. Leider geben viele Väter dann irgendwann auf und beschränken sich selber als Beiväter, die nur noch tätig werden, wenn es die Partnerin verlangt oder es die Situation erfordert.

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