Bedingungsloses Grundeinkommen

In Bezug auf einen meiner Beiträge und das Gespräch in den Kommentaren möchte ich diesen Artikel von Zeit Arbeit (online) verlinken.

Grundeinkommen: Mit 1.000 Euro kann man zu allem Nein sagen

Wir haben in den vergangenen Jahren den rasanten Aufstieg einer politischen Idee beobachten können: der des bedingungslosen Grundeinkommens. Zwei von drei Menschen in Deutschland befürworteten es 2016, ebenso machen sich einzelne Konzernchefs, Philosophen und Parteivorsitzende für die Idee stark. 

Warum hat das Grundeinkommen so viele Fans? Ich glaube, weil es eben nicht einfach eine weitere sozialpolitische Maßnahme ist, sondern Ausdruck eines fundamental neuen Paradigmas. In unserer arbeitsteiligen Gesellschaft brauchen Menschen Geld zum Überleben. Und die Grundeinkommensgesellschaft gibt es ihnen einfach, ohne Rückfragen, bedingungslos. Einfach so, weil sie Menschen sind. Das Grundeinkommen sagt ihnen jeden Monat: Du bist okay, du darfst sein, wir glauben an dich, wir vertrauen dir. Das ist etwas ganz Neues und verändert uns – von innen.“

Hier bitte weiterlesen.

Am Ende findet sich auch ein interessanter Videobeitrag zu diesem Thema!

Hier ist der Beitrag, auf den ich mich beziehe nachzulesen.

Und hier die Kommentare:

 

„Ich würde gerne, den Ideen in meinem Kopf mehr Zeit und Raum und Muse geben können, so dass sie sich entfalten könnten. Ich würde gern meinen Tag und meine Woche selbst gestalten.“ Ja genau, diese Gedanken gehen mir fast täglich durch den Kopf. oder dieses Zitat von 

Max Frisch: Lohn undBrot und dann?

“ Freitag !“, sagte er. „In einer Woche gibt es Zahltag.“

Es ist das Dasein der meisten: ein Dasein von Sklaven, die sich freuen, dass schon wieder ein Monat ihres Lebens vorüber ist. Man könnte sie grausamerweise fragen, wozu sie denn leben?…

Was jeder kann , seine Freiheit verpfänden. Jedes Geschöpf, wenn es schon einmal geboren ist, möchte leben. Und eben darum sitzen sie an diesen Tischen, bücken sich über eine Schreibmaschine oder einen Rechenschieber, während draußen ihr eigenes Leben vergeht. Das ist die große Galeere. Sie sehen, dass alle es müssen, fast alle ; sie tragen es fast ohne Anflug von Verzweiflung. Ein anderes Dasein ist ihnen nicht möglich; so muss es wohl das Wahre sein. Sie können ein anderes schon nicht mehr denken-(Um nicht wahnsinnig zu werden.). Einen schönen Tag in den Tag. Xeniana

Und alle eure aufgezählten guten Gründe führen dazu, dass die Politik und damit natürlich die Wirtschaft, kein bedingungsloses Grundeinkommen akzeptiert, denn wer würde schon freiwillig Sklavendienste verrichten, wenn er alles für ein Leben hat, wenn vielleicht auch nur ein bescheidenes. Ein dauerhaftes Grundeinkommen wäre sicher nicht hilfreich, aber Eines auf fünf Jahre beschränktes, welches ich mir selber in Jahren einteilen könnte, würde unglaublich viele Vorteile für die Gemeinschaft bringen, wenn es natürlich ebenfalls negative Auswüchse gäbe, aber die gibt es heute ebenfalls im Uberfluss, wie Kinder- oder Altersarmut.

Leider ist das gar nicht gewollt. Die Vorteile für die Gemeinschaft wünschen WIR uns, aber eine wirklich selbsterfüllende Gesellschaft ist genau das, was für Machthabende eine Gefahr darstellt. Genau deshalb sollten noch viel mehr Menschen den Mut haben, es trotzdem zu versuchen und wirklich ihr eigenes Ding zu machen.

 

Ich glaube du wirst noch ein Grundeinkommen miterleben. Ich meine, es begegnet mir überall, wie unproduktiv und schädlich die derzeitigen Arbeitsverhältnisse auch laut Studien sind und selbst in Büchern über den Klimawandel ist ein bedingungsloses Grundeinkommen ein wichtiger Lösungsweg.
Und du könntest doch dein eigener Herr werden in dem du mit deinen Lieblingskollegen einfach eine eigene Kita ins Leben rufst. Ich ahne aber, dass dir da ein paar Steinchen im Weg liegen, um das einfach so durchzuziehen.

 

 

Was denkt ihr zum Thema Grundeinkommen, nachdem ihr diesen Zeit-Artikel gelesen habt? Hat sich euer Bild verändert? Glaubt ihr, was ihr lest?

 

(Quelle Beitragsbild hier)


6 Gedanken zu “Bedingungsloses Grundeinkommen

  1. Ich beziehe, seit ich 57 bin, ein bescheidenes „bedingungsloses Grundeinkommen“ – nämlich eine verminderte Rente von ca 500 E. Mir waren die gewonnen Jahre lieber als eine höhere Rente, denn ich hatte immer gearbeitet, mal mit Lust, mal lustlos, aber nun fühlte ich mich nicht mehr wohl unter dem Zwang des täglichen Leisten-Müssens. Danach hatte ich all die Symptome, die oben beschrieben werden; Ich entfaltete einen Haufen auch blödsinniger Aktivitäten, um nicht tatenlos rumzusitzen und um mir einen neuen sinnvollen sozialen Zusammenhalt zu schaffen, als der alte, durch das Arbeitsverhältnis gesetzte, wegbrach (Kollegen, Vorgesetzte, Schüler, Eltern). Mir half dabei, dass ich bereits während meiner Berufstätigkeit einige andere Qualifikationen erworben hatte, die ich nun ausbauen konnte (Kunst, Therapieangebote). Ich sah sie zunehmend als meine neue selbstbestimmte Berufstätigkeit, die mich aber nicht zu ernähren brauchte.
    Doch woher kommt mein „Grundeinkommen“? Nicht aus freiwilligen Spenden, sondern es wird zwangsweise durch Lohn-Abzüge derjenigen finanziert, die heute arbeiten. Wenn ich die Diskussionen um Erhöhung des Renteneintrittsalters und Verringerung der Rente verfolge, frage ich mich beklommen: habe ich denn ein Recht auf mein Privileg, das all die, die heute arbeiten, womöglich nie oder jedenfalls viel später als ich geneßen können?
    Und genau hier scheint mir auch der Schwachpunkt der Diskussion ums Grundeinkommen zu liegen: es muss finanziert werden. Doch wodurch? durch wen? Offenbar durch die Ausbeutung von Arbeitskraft und die Ressourccen der Erde, durch die Mehrwert erzeugt wird. Wir vergessen das oft, weil wir die Banksysteme vor Augen haben, die Riesenmassen von Schein-Geldern durch die Welt pumpen, und wir denken: da ließe sich doch gut und gern ein Grundeinkommen für jedermann abschöpfen. Doch tatsächlich wird auch dieses Geld aus dem realen weltweiten Produktionsprozess abgeschöpft. Worum es also ginge, wäre, diesen Produktionsprozess auf eine andere Basis zu stellen. Die Diskussion um das Grundeinkommen redet nur von dem Schaum, der sich oben bildet, nicht von der Suppe, die darunter kocht. Sie redet vom Individuum und seinen Bedürfnissen, nicht vom kollektiven Zustand der Welt.
    Ich habe allerdings die kleine Hoffnung, dass die, die gegenwärtig in den unverdienten Genuss eines Grundeinkommens kommen, sich diesen Zustand der Freiheit zu nutze machen, um dem kollektiven Wahnsinn entgegenzuarbeiten.
    Insofern begrüße ich solche Initiativen von Herzen.

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    1. Liebe Gerda, bisher gibt es ja noch kein Bedingungsloses Grundeinkommen, denn man musste dafür zu Lebzeiten ja kräftig einzahlen und rechnet man diese Summe in Rendite um, war es im regelfalls kein gutes Geschäft, es sei denn, man wird wirklich alt. Die Altersstatistik die immer angeführt wird ist totaler Unsinn, weil sie von den Versicherungskonzernen stammt, die nur ihre eigenen Interessen im Blick hatten. Du hast also jeden Euro wirklich verdient. Ein tatsächliches Grundeinkommen würde für ganz Deutschland läppische 80 Milliarden Euro kosten und wie dieses Grundeinkommen berechnet werden sollte, weiß ja noch niemand. Bekommt das jeder? Direkt von Geburt an? Erst ab dem 18. Lebensjahr? Wird auf 1000 Euro aufgestockt oder bekommt sogar derjenige zusätzlich das Geld obwohl er schon 3000 Euro verdient? Fakt ist aber, wenn das Grundeinkommen irgendwann verfügbar sein sollte ist die Finanzierung überhaupt kein Problem, denn es fallen etliche andere soziale Leistungen ersatzlos weg, was enorm viel Geld in der Verwaltung spart und das wäre nur die Spitze der Finanzierungsquellen!

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      1. Lieber Arno (oder wer hier noch mitliest und sich eine Meinung bilden möchte), ich weiß natürlich, dass eine Rente kein „bed.Grundeinkommen“ darstellt, aber für mein heutiges Lebensgefühl ist es dennoch so ziemlich das Gleiche. Ob es mir „zusteht“, ist insofern eine Frage, als es ja im Rahmen der sog. Generationensolidarität finanziert wird. Und das bedeutet: die jetzt Arbeitenden haben persönlich gar nichts von meiner früheren Arbeitsleistung, sondern müssen darauf hoffen, dass das System auch noch trägt, wenn sie alt werden. Für die jetzt Arbeitenden bin ich eine Last. Dass ich selbst als Lohnabhängige mit meinen Sozialabgaben mit dafür gesorgt habe, nicht nur den alt gewordenen Arbeitern und Angestellten, sondern auch jedem übeln Verbrecher der Nazi-Zeit seine Rente zu sichern, konnte ich leider nicht verhindern.

        Was die Finanzierung anbetrifft: wenn das bedingungslose Grundeinkommen auf die Bewohner Deutschlands eingeschränkt wird, ist es – unter Anrechnung der wegfallenden Bürokratie und Sozialleistungen – wohl finanzierbar, aber so geht es natürlich nicht. Denn sind etwa nur die Bewohner Deutschlands Menschen?
        Es soll ja allen Menschen zur Verfügung stehen, einfach weil sie Menschen sind, nicht wahr? Das ist doch die Philosophie? Vielleicht sollten wir also damit anfangen, erst mal den vielen Millionen Menschen ein klitzekleines Grundeinkommen zu sichern, die an den Grenzen Europas stehen und nach Deutschland einwandern wollen? Oder all den Afrikanern, Asiaten, Südamerikanern, die in Slums leben….Bekämen sie es an Ort und Stelle, wäre ihnen vielleicht ja schon ein wenig geholfen, und sie blieben, wo sie sind, …Dummerweise gibt es da allerdings unsere Fabriken, unsere Großgrundbesitzer und auch unsere Kriege, die mit Waffen geführt werden, deren Produktion auch den deutschen Wohlstand mehrt – und so ein bedingungsloses Grundeinkommen überhaupt erst finanzierbar macht. …

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      2. Das mit den Nazis ist genauso wenig verhinderbar gewesen, wie eine spätere ungerechte Lücke im Generationenvertrag. Es gäbe ja die Möglichkeit die Rente auf mehrere Füße zu stellen, wie zum Beispiel in der Schweiz, dann wäre die Rente nicht mehr von den Arbeitnehmern abhängig, sondern von allen Bewohnern eines Landes. Allen Menschen ein solches Grundeinkommen zu geben wäre wünschenswert und würde viele Menschen nicht dazu nötigen ihre Heimat zu verlassen, aber selbst innerhalb der europäischen Union kann nicht mal die Sommerzeit abgeschafft werden, wenn nur ein einziger Staat dagegen ist und da sehe ich ein großes Problem.

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  2. Die Idee ist hochinteressant und sicher im Interesse des Artikel 1 des Grundgesetzes, weil es vielen die Würde ihrer Existenz zurück gibt, doch es ist ein Trugschluss mit 1000 Euro alles ablehnen zu können. Diese Summe würde für ein Überleben ausreichen, aber um Ziele und Träume zu erreichen ist es zu wenig, aber vielleicht ist das auch der Schlüssel für neue Ideen, die sich ohne Angst überhaupt erst anfangen lassen. Für Jobber. Aushilfen, Geringfügige und Zeitarbeitssklaven wäre es ebenfalls der Ersatz für eine Gewerkschaft, denn endlich könnte man nicht mehr an Ihnen sparen, sondern Unternehmen müssten sich mehr Gedanken um Nachhaltigkeit machen, um Menschen so fair zu bezahlen, dass diese trotz Grundeinkommen bei ihnen arbeiten wollen. Ein Allheilmittel ist das natürlich nicht, denn trotzdem muss man junge Menschen fördern, welche nur einen schlechten oder keinen Schulabschluss haben und die sich nicht einfach mit einer bestimmten Summe Geld begnügen dürfen. So mit wären auch an dieses Geld weitere Anforderungen und/ oder Bedingungen gestellt. Es würde jedenfalls die Verwaltung von Sozialämtern und vielen anderen Behörden grundlegend verändern und teilweise sogar überflüssig machen, was dann ein Heer von Arbeitslosen, Frühpensionären oder Umzugsopfern nach sich zöge. Es bleibt eine komplexe Idee, aber mit einem mächtigen Potential für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde, von den Möglichkeiten mal ganz abgesehen, denn wir haben in unserer Gesellschaft ein Riesenpotential an ungenutzten Ressourcen. Ich bin jedenfalls gespannt, ob die zukünftige Politik darüber weiter dikutieren wird.

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